Die Laverda 1000 ist ein Motorrad des ehemaligen italienischen Herstellers Laverda, das bei seiner Markteinführung im Jahre 1973 das hubraumgrößte Sportmotorrad Italiens war.

Vorgeschichte

Francesco Laverda, der Enkel des Landmaschinenherstellers Pietro Laverda, gründete 1949 in Breganze die Moto Laverda S.p.A. und startete ca. 1950 mit dem Motorrad Laverda 75 die Produktion. Massimo Laverda, Sohn von Francesco, brachte 1968 die Laverda 650 (Bohrung × Hub: 75 × 74 mm) heraus, deren Hubraum wenig später auf 750 cm³ (Bohrung × Hub: 80 × 74 mm) erhöht wurde. Es waren Zweizylindermaschinen, deren Besonderheit der unten offene Rahmen und der mittragende Motor war.

Technik

1969 war die Entwicklung einer Maschine mit Dreizylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) und Tassenstößeln und 1000 cm³ Hubraum (Bohrung × Hub: 75 × 74mm) schon abgeschlossen. Die ersten Prototypen entstanden durch den Anbau eines weiteren Zylinders an den Zweizylindermotor. Der Rahmen war, im Gegensatz zu dem der 750er, ein unten geschlossener Doppelschleifenrahmen. 1972 ging der Dreizylindermotor im Modell 1000 in Serie. Die ungewöhnliche Motorkonstruktion mit 180° Hubzapfenversatz des mittleren Kolbens, die äußeren liefen parallel mit 360° Zündabstand, führten zu einem markanten Motorgeräusch.

Modellentwicklung

  • 1973: Die ersten fünfzig Maschinen hatten Speichenräder und Trommelbremsen, eine Drei-in-Eins-Auspuffanlage und der Tank war aus Kunststoff. Der Preis betrug 9.600 DM. Bei der späteren Serienmaschine war der Tank aus Blech und die Auspuffanlage eine Drei-in-Zwei-Ausführung.
  • 1974: Die Laverda 1000 3C kam auf den Markt. Leistung nach DIN lt. Kfz-Brief: 78 PS (57 kW) bei 7.750 min−1; Angabe im Handbuch: 80 PS (59 kW) bei 7.250 min−1. Die Maschine hatte doppelte Scheibenbremsen (Ø 280 mm) vorne und eine Trommelbremse (Ø 230 mm) hinten. Bei einem Test der Zeitschrift Das Motorrad im April 1975 (Heft 8/75) ergab sich eine Höchstgeschwindigkeit von 209,4 km/h (solo langliegend) und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,7 s.
  • 1976: Die 1000 3CL, mit Aluminiumgussrädern, einer Scheibenbremse hinten (Ø 280 mm) und einem Heckbürzel wurde angeboten.
    Die neue Laverda Jota auf Basis der 3C machte 1976 großen Eindruck. Sie leistete 90 PS (67 kW) und erreichte Geschwindigkeiten von 235 km/h. Dank der werksseitigen Rennteile, die direkt ab Werk in den Serienmotor übernommen wurden, war sie zu dieser Zeit das schnellste Straßenzulassungsfähige Motorrad.
  • 1977: Die hubraumvergrößerte 1200 T kommt auf den Markt; der Unterschied zur 1000er war außer der größeren Zylinderbohrung die stärker geneigten hinteren Federbeine.
  • 1980: Die Modelle Jota (1000 cm³) und 1200 TS wurden ab dann auch in Deutschland angeboten (die Jota gab es schon ab 1976 in Großbritannien). Sie waren etwas anders ausgestattet (zum Beispiel Verkleidung, Armaturen, Seitenteile) und hatten eine leicht erhöhte Leistung.
  • 1982: Die angebotenen 120°- 1000 RGS-Modelle, der Hubzapfenversatz betrug nun 120°, hatten einen veränderten Doppelrohrrahmen mit elastisch aufgehängten Motoren. Die 1000 SFC war eine leicht modifizierte „RGS“ die bis 1987 gebaut wurde.

Modellübersicht (Tabelle)

Quelle:

Ende

Im Februar 1987 meldete Laverda wegen der schlechten marktwirtschaftlichen Lage Insolvenz an. Am 31. März 1987 wurde das Unternehmen verkauft und die Produktion von Motorrädern eingestellt.

Bilder

Weblinks

  • Laverda Gemeinschaft Deutschland (kurz LGD)

Einzelnachweise


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1983 Laverda 1000

Laverda 1000 3ce

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